Allier und Loire – im Juni 2010

Ein Flussbericht von Christel Grundheber

Gestartet bin ich auf der Allier in Moulins (Der Campingplatz soll angeblich dieses Jahr renoviert werden). Die Allier ist ein eher kleiner Fluss mit vielen Sandbänken, viel unberührter Natur und einem Wehr das zu treideln war. Aber und zu sind fährt man an schönen kleinen Flusspromenaden vorbei. Für die Fahrt auf der Allier ist unbedingt ein PE-Boot zu empfehlen, da man immer mal wieder auf einer Sandbank strandet.

Nach ca. 58 km mündet die Allier  in die Loire.

Hier liegt Fourchambauld, der Campingplatz in der Stadt soll aber sehr laut sein. Habe auf der Insel gegenüber Fourchambauld wild gezeltet.

Weiter geht es durch ein Anglergebiet mit vielen Bänken bis nach 20 km la Charite -sur-loire rechts erscheint.

Unter der Brücke den rechten ausgewiesenen Bogen mit Schwall fahren, dahinter Steine.

Direkt nach links rüberziehen, da der Campingplatz auf der Insel liegt. Vom Ufer gehen Pfade bis zu den ersten Häusern, nach etwa 100 m erreicht man den Campingplatz. Sehr schön auf der Insel gelegen, das Schwimmbad soll angeblich auch im Sommer gefüllt sein.

La charite-sur Loire ist ein kleines Städtchen (eher Dorf, wie die meisten) mit vielen Antiquariaten in den Straßen. Die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein. Sehenswert auch die Kirche.Es gibt auch einen Supermarkt und einen Bahnhof. Sehr nett.

Weiter ging es in ein Naturschutzgebiet, wo ich in Poilly-sur-Loire einen Stopp eingelegt habe um einen Kaffee zu trinken und einzukaufen. Kleines altes Dorf mit kleinem mini Naturmuseum.(es regnete).

Hier gibt es auch einen Campingplatz aber keine Ahnung wie er ist.

Weiter geht es durch ein schönes langes Tal mit vielen Sandbänken, wilde Campingmöglichkeiten bis zur nächsten Brücke. Links auf dem Berg liegt eine Burg, am Ufer eine schöne Promenade und Campingplätze.

Die Brücke mit dem Naturwehr ist überspült und ich fahre weiter.

Jetzt manchmal Steine im Wasser (meistens in Ufernähe), aber kein Problem.

Erreiche nach 31 km Cosne-s-Loire ein größeres Städtchen, der Campingplatz liegt links und eine Rampe geht direkt vom Ufer hoch. Ein sehr nettes Städtchen mit vielen kleinen Kanälen, es gibt auch einen Kajakverein dort mit Übungsstrecke, ein kleines Museum und nette Leute.

Fahre am nächsten Morgen weiter bis zum Atomkraftwerk Belleville, umtrage es und gehe hinter der umtragungsstelle erstmal wieder meinen obligatorischen Morgenkaffe trinken (kleines Dorf mit schöner Promenade).

Nach 41 km erreiche ich Briare , es ist sehr heiß.

Anlanden direkt im Ort nicht möglich, ein Stück weiter geht es, quer die Böschung hoch (Achtung: Schlangen) auf einen schönen Platz (aber leider von meinen Vorgängern sehr verdreckt hinterlassen). Etwa 1 km durch den Wald bis zum Ort, sieht aus wie Klein-Venedig. Viele Kanäle und kleines Museum zum Kanalbau (Von hier geht ein Kanal quer durchs Land). Alle Einkaufsmöglichkeiten. Nachts ein Krötenkonzert , das mich auch tagsüber die nächsten Tage von rechts und links auf meiner Fahrt begleiten wird.

Morgens weiterfahrt nach Gien, schöne alte Stadt mit Kathedrale, Kaffe getrunken und Eis gegessen. Wieder sehr heiß.

Weiterfahrt zum Atomkraftwerk Dampierre.

Umtragen und auf einer Sandbank Pause gemacht und in die Loire gehüpft, da es wieder sehr heiß ist.

Weiterfahrt an alten Dörfern bis nach 32 km Sully erscheint.

Finde den ersten Campingplatz nicht , der zweite ist in der Stadt, entdecke rechts versteckt am Ufer einen und lande an. Endlich mal wieder eiskalt duschen, es ist tierisch heiß. Die Stadt gefällt mir nicht so außer das Wasserschloss ist ganz nett. Werde am Campingplatz total verstochen.

Fahre weiter, ab St.Benoit sur Loire bis Chateauneuf-sur Loire ein sehr schöner Verlauf.

Halte ein Nachmittagsschläfchen aber es ist  viel zu heiß.

Fahre weiter nach Orleans und treffe dort eine Gruppe des örtlichen Paddelvereins (nette Leute) auf dem Wasser.

Alle Brücken sind problemlos zu fahren ( 1 kleiner Schwall).

Fahre weiter und, da der eine Campingplatz zu hat, übernachte ich nach ca. 60 km wild auf einer Insel.

Fahre morgens weiter und komme an Meng-sur Loire vorbei , sehr schöne Häuserfassade und vor der Brücke ein kräftiger Schwall. (Vorher ansehen !).

Fahre weiter nach Beaugency, sehr schöner alter Ort, unbedingt sehenswert mit Bäckerei, Metzgerei und Supermarkt, Kneipe. Trinke meinen Kaffee, es regnet und die Schwälle unter der Brücke sehen nicht sehr nett aus. Treffe zum Glück einen Rennpaddler am Wasser, der mir sagt der ganz recht wäre zu fahren. Zum umtragen sowieso viel zu weit, also ab und durch.

Weiterfahrt zum Atomkraftwerk St.Laurent des Eaux, umtrage rechts.

Plötzlich kommt sehr starker Gegenwind auf und ich beschließe, in Mides-sur Loire  (32 km) für heute Schluss zu machen und Wäsche zu waschen. Campingplatz nett.

Weiterfahrt an Menars vorbei: sehr schöne Gartenanlage. Von links kommt jetzt leider eine Nationalstraße.

Weiterfahrt zum le Lac de Loire, der Campingplatz ist noch zu, die dahinter liegenden Walzenwehre sind zum Glück unten und komme gut durch.

Mache in Blois meinen üblichen Kaffe Stopp, schöne alte Stadt, mit schöner Kathedrale und Bischofspalast.

Nehme den 2.Bogen von rechts unter der Brücke und werde gut durchgeschüttelt.

Weiter an Chaumont vorbei bis nach Ambois (52 km).

Campingplatz liegt auf der Insel, anlanden geht einigermaßen.

Ambois sehr sehenswert, große Festung, hier beginnen die Felsenhäuser. Hier befindet sich der Vinci Park mit Nachbauten seiner Erfindungen, hier hat Da Vinci seine letzten Lebensjahre verbracht.

Weiterfahrt nach Tours (22km).

Habe hier eine Übernachtungsmöglichkeit angeboten bekommen und es stehen einige Brücken an. Vor der ersten Brücke ist die rechte Durchfahrt komplett durch Fischernetze versperrt, kehre um und fahre links vorbei. 1. und 2. Brücke gut zu fahren.

Vor der 3. lege ich links an und gehe in die Stadt. Wunderschöne Kathedrale , sehr lebendige Stadt mit vielen jungen Leuten. Ich esse und fahre durch die 3.Brücke. Die 4.Brücke gefällt mir nicht, Eisenstäbe ragen aus dem Wasser, umtrage …

Ein Stück weiter lande ich an und verstecke mein Kajak.

Überquere die Autobahn und erreiche nach herumfragen die Prieure de Saint-Cosme, eine kleine alte teilweise zerstörte Abtei in der auch heute noch unzählige Rosen gezüchtet werden. Was für ein Duft.

Hier werde ich von meiner Bekannten/Unbekannten aufgesammelt und am nächsten morgen wieder zurückgebracht. Dank der Vermittlung von Freunden von Ihr, die ich unterwegs getroffen habe, komme ich in den Genuss eines leckeren Abendessens und eines Bettes (sehr ungewohnt).Es wird ein sehr netter Abend mit Ihr und Ihrem Freund.

Zurück am Kajak fahre ich durch die letzte Brücke und werde geduscht. Der Schwall stand nicht im Flussführer!

Fahre weiter nach Brehemont und trinke mal wieder Kaffe.

Weiterfahrt zum Atomkraftwerk, linker Arm befahrbar,  vorbei an Montsoreau (sehr imposant), Saumur und weiter an schönen alten Dörfchen und jetzt stärker Landwirtschaft mit Kühen bis nach Cunault( 78 km).

Campingplatz direkt am Strand. Nette Leute.

Paddle morgens weiter und erreiche gegen Mittag Le-Ponts-de-Ce (30 Km).Schöne strecke und bekomme unerwartet eine Übernachtungsmöglichkeit fürs Kyook und mich. Mal wieder ein Bett und gutes Essen, die Franzosen sind einfach klasse.

Fahre abends noch mit meinen Gastgebern nach Angers mit dem Auto und machen eine kleine Stadtbesichtigung, nette Stadt.

Am nächsten Morgen geht’s leider wieder weiter. Sehr schöne Landschaft und mal wieder Kaffe in Fresne sur Loire. Die Loire verzweigt sich jetzt öfters und folge den Schiffahrtsmarkierungen. Sehr schön vorbei an Steinmauern, Sandstränden bis nach Ancenis (57 km).

Stadt und Campingplatz gefallen mir nicht besonders und fahre morgens weiter bis nach Oudon (8 km). Hier netter kleiner Campingplatz mit Ausstiegstrampe. Schlage mein Zelt wieder auf und schlafe erstmal aus.

Sehr netter kleiner Ort, fühle mich hier sehr wohl. Gutes Essen und nette Leute. Heute Ruhetag!

Morgens strahlender Sonnenschein und fahre weiter durch wunderschöne Weinbaugebiete bis nach Nantes.

Es scheint Ebbe zu sein und ich beschließe, durch den Hafen zu fahren. Komme mir wie eine Mücke vor. Zum Glück ist Sonntag und Ebbe und die großen Tanker sind noch auf See, außer kleinen Autofähren und Ausflugsbooten ist der Hafen leer.

Nach endlosen Kilometern bin ich endlich aus dem Hafen heraus und froh, mache mir aber Gedanken, da es, wenn die Flut kommt,  selten Ausstiegsmöglichkeiten gibt (überall Schlick).

Bei la Martiniere (45 km) erwischt es mich. Plötzlich komme ich nicht mehr voran und das Wasser fließt mir entgegen. Zum Glück ist dort der Eingang zu einem Kanal und zusammen mit Hilfe kann ich mein Kajak die Böschung hoch außer Gefahr ziehen.

Schlage mein Zelt einfach auf einer Wiese auf, scheint ein Naherholungsgebiet zu sein und sehr unruhig, aber habe keine andere Wahl. Werde noch zum Kaffe eingeladen und natürlich gefragt woher und wohin.

Nachts vibriert der Boden wenn die großen Hochseetanker nach Nant einfahren. Es wird sehr stürmig und ich überlege, ob ich überhaupt noch weiterfahren soll.

Es scheint immer noch Flut zu sein, obwohl es eigentlich schon ebbe sein müsste, oder der starke Wind drückt das Wasser herein.

Ich gehe aufs Wasser und versuche, dagegen zu paddeln. Es geht, aber der Gegenwind ist die Hölle, und die Gewissheit, dass spätestens nach 6 h die Flut wieder kommt und die Anlandemöglichkeiten begrenzt sind, treiben mich voran.

Nach langen 23 km, die härtesten meiner ganzen Tour, erreiche ich Paimbouef, das Ende meiner Reise.

Ziehe mein Kajak durch das Dorf zum Campingplatz und richte mich ein. Ich miete ein Zelt mit Bett, da kein Hotel offen hat und ich endlich wieder mal im Bett schlafen möchte – eine weise Entscheidung: neben den Sturmböen geht abends ein heftiges Hagelgewitter nieder und ich bin froh mit meinem komfortablen Riesenzelt.

Auf der anderen Seite sehe ich Industrieanlagen und vor mir liegt die Hängebrücke die über die Bucht nach St.Nazaire geht. Am nächsten Tag fahre ich mit dem Bus und Zug nach Nantes , eine sehr schöne , alte Stadt und hole mein Mietauto ab.

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