Alle hier auf geführten Beschreibungen wurden zusammengetragen von Stefan Stoeckel, Johannes und Josef Still, die Anmerkungen zum Weinbau von Edith Hein
Die Mosel

Mosel(französisch “Moselle”) ist ein linker Nebenfluss des Rheins. Sie ist 545 km lang, entspringt in den südlichen Vogesen (Frankreich), durchfließt das lothringische Stufenland, bildet auf 34 km die Grenze zwischen Luxemburg und Deutschland, windet sich in einem Engtal durch das Rheinische Schiefergebirge und mündet bei Koblenz. Wichtigste Nebenflüsse sind Mthe, Saar und Ruwer von rechts, Orne, Sauer, Kyll, Lieser und Alf von links.

Landschaft:

Wie kein anderer Fluss in Deutschland windet sich die Mosel durch die Landschaft. An vielen Moselschleifen liegen die bis zu 65° steilen Hänge, die ein ideales Klima für den Weinanbau bieten. Im windgeschützten Moseltal liegen romantische Weindörfer; fast in jedem findet man noch heute Spuren der römischen Vergangenheit. Die sogenannte “Obermosel” (deutsche Mosel flussaufwärts von Trier) steht der weltbekannten Mittelmosel (etwa Trier-Cochem) und der Untermosel landschaftlich in nichts nach.

Weinberge gibt es im Moseltal und seinen Nebentälern in Frankreich, Luxemburg und Deutschland. Das Weinbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer ist das viertgrößte in Deutschland. An der Obermosel werden neben dem Elbling auch weiße Burgundersorten und Riesling angebaut, ab Trier dominiert der Riesling.

Schifffahrt:

Bereits zur Römerzeit herrschte auf der Mosel reger Schiffsverkehr. Der Fluss galt als wichtige Nachschubverbindung für die an Rhein und Mosel stationierten Legionen. Besatzungstruppen und Versorgungsgüter kamen die Rhône und die Saône herauf, nahmen den Landweg über die Vogesen, um schließlich bei Epinal die Fahrt auf der Mosel zu Tal fortzusetzen. Auch im Mittelalter gab es eine lebhafte Moselschiffahrt. An Stelle der römischen Ruderschiffe traten wie auf anderen Flüssen auch Segelschiffe, die zu Berg hin zunehmend von Pferden getreidelt zu werden. Urkunden und Aufzeichnungen aus dem Mittelalter belegen, dass die Mosel auch für den Reiseverkehr interressant wurde – so benutzten die Erzbischöfe von Trier ihre eigenen Schiffe. Am Ende des Mittelalters schlossen sich bürgerliche Schiffseigner zu Schifferzünften zusammen. Durch “fahrplanmäßig” betriebenen Personen- und Frachtverkehr gewann die Moselschifffahrt weiter an Bedeutung. Ab dem 16. Jahrhundert verbesserte sich mit dem blühenden Handel in den deutschen Hansestädten die regelmäßige Beförderung von Waren zwischen Frankfurt und Trier, bei günstigem Wasserstand auf der Saar bis Saarbrücken und auf der Sauer und Our bis Vianden in Luxemburg. Wiederholt unterbrachen kriegerische Konflikte die Entwicklung des Handelsverkehres, wie z.B. der 30-jährige Krieg , der die Moselschifffahrt fast ganz zum Erliegen brachte – der Westfälische Friede von 1648 brachte keinen Aufschwung. Die rheinischen Kurfürsten störten mit Zöllen und dem Festhalten an Stapelrechten den Handel.

Heute gibt es im Oberlauf Kanalverbindungen zur Saône, zum Oberrhein, zur Marne, Maas und Saar. Die aufgrund des deutsch-französisch-luxemburgischen Staatsvertrags von 1956 durchgeführte Moselstauregelung (14 Staustufen mit Kraftwerken, fünf Sicherungshäfen) für die Großschifffahrt zwischen Fronard und Koblenz verbindet seit 1964 Lothringen, die Luxemburger Schwerindustrie um Esch und den Trierer Wirtschaftsraum mit dem Rheinsystem. Seit 1989 ist auch die Saar von der Mündung aufwärts bis Saarbrücken für Europaschiffe befahrbar. Dennoch ist der Schiffsverkehr etwa im Vergleich zum Rhein gering. Die Mosel ist auch deshalb ein lohnendes Ziel für Kanuten.

Quellen:
  • Deutsches Flusswanderbuch (herausgegeben vom Deutschen Kanuverband)
  • DER BROCKHAUS multimedial 2003 (4 CD-ROMs)
  • Archivalien des Orgelbaureferates im Bistum Trier
  • Winfried Heinen: Gesamtwerk Deutscher Wein – Mosel-Saar-Ruwer, Essen 1978
  • Wolfgang Stöhr/Heinz Cüppers/Karl-Heinz Faas: Vinothek der deutschen Weinberg-Lagen – Mosel-Saar-Ruwer, München 1982