von Stefan Stoeckel

Als man sich am Morgen des Fronleichnamstags 2006 vor dem Bootshaus der Trierer KanuFahrer trifft, zeigt sich der Wettergott von einer eher unangenehmen Seite. Auf der Fahrt zum Einsatzpunkt in Vallendar bei Koblenz wird sogar überlegt, den Tag mit Sightseeing in Bonn zu verbringen, um dann eben erst einen Tag später los zu paddeln.

In Vallendar stößt mein Bruder Michael, der mit Francois in dessen Zweier paddeln wird, zu uns. Wir werden mit einem opulenten Frühstück im Bootshaus in Vallendar empfangen. Einen ganz herzlichen Dank an Gudrun! Bei Kaffee und belegten Semmeln warten wir ab. Und tatsächlich, so gegen 11 Uhr bessert sich das Wetter und wir können die Boote beladen und die Tour beginnt.

Für uns Moselaner sind Touren auf dem Rhein immer ein ganz besonderes Erlebnis. Stichworte: Strömung, Wellen, viele Schiffe, Weite, … Flott geht es bis zur Autofähre zwischen Rheinbrohl und Hönningen, wo zwei Paddler vom Postsportverein Bonn auf uns warten. Sie werden uns bis zu ihrem Bootshaus in Bonn begleiten. Vorbei geht es erst einmal an Sinzig und der Brücke von Remagen. Eine Pause wird am Kiesstrand unterhalb des Bootshauses vom KC Unkel eingelegt. Auf der Weiterfahrt zieht es zu und auf den letzten Kilometern durch Bonn stehen wir etwas im Wind. Mit dem Grau in Grau von Himmel und Wasser hat die Szenerie beinahe schon etwas Unwirkliches.

Beim Bootshaus des Postsportvereins angekommen, werden wir von der Präsidentin selbst sehr freundschaftlich in Empfang genommen. Wir bestaunen, was von nur wenigen Paddlern im letzten halben Jahr an Renovierungsarbeit am, im und rund um das Bootshaus vollbracht wurde – und es zu einem Schmuckstück gemacht haben. Der Grill ist schon angeheizt und wir sitzen lange auf der Terrasse mit einem herrlichen Blick auf den Rhein und genießen die tolle Gastfreundschaft.

Am nächsten Morgen bringt uns die Präsidentin pünktlich um sieben Uhr morgens frische Semmeln zum Frühstück. Bei leicht bedecktem Wetter geht es weiter in Richtung Köln. Vorbei am Kölner Dom, kurz darauf der erste Sammelplatz, wo wir lange in der Sonne sitzen. Erst spät machen wir uns auf, die letzten 43 km herunter zu hobeln. Auf einer langen Geraden zwischen der A1 und Dormagen kämpfen wir etwas gegen den Wind, aber ansonsten geht es zügig voran. Noch eine kurze Pause bei Zons. Simon hat sich die Augen etwas verblitzt. Es wird schon kühler und die letzten Kilometer bis Düsseldorf, wo wir bei den Freien Wasserfahrern übernachten wollen, ja, die schaffen wir dann auch noch. Angekommen, wartet unser Vereinskollege Burkhard, der sich als Ausreißer vom Feld abgesetzt hatte, schon auf uns.

Es wird auf einem Restaurantschiff in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bootshaus lecker Essen gegangen. Motto des Abends: Das Schaukeln hört nie auf. Weil es meinem Bruder und mir im Bootshaus zu warm ist, legen wir uns kurzerhand mit Isomatten und Schlafsäcken auf die nahe dem Ufer gelegene Zeltwiese und genießen die sternenklare Nacht bei wunderbarer Luft.

Frühstück vor dem Bootshaus, mein Bruder verabschiedet sich von uns. Ganz dramatisch muss ich nun mein Gepäck reduzieren, um den Umzug vom „Möbeltransporter“ Eski 550 in den Zweier überhaupt umsetzen zu können. Und wieder auf dem Fluss, diesmal an der Düsseldorfer Altstadt und Bayer Uerdingen vorbei bis zum Wanheimer KC, wo wir unsere Mittagspause verbringen. Als der Tross anlandet, geht es für den Canadier bereits weiter. Hartmut und Simon wollen früh ankommen, da Hartmut abends noch den Bus aus Vallendar nachholen möchte. Gut gestärkt geht es an den Duisburger Häfen vorbei. Immer mehr und immer schnellere Schiffe sind unterwegs, es ist schon beeindruckend. Wir erleben sogar, wie bei Hamborn-Schwelgern ein 2×2 Schubverband richtiggehend in die Hafeneinfahrt rangiert und, unter Ausnutzung der Strömungsverhältnisse, wieder in den Rhein einschwingt.

Bei der KG Dinslaken werden wir auf herzlichste begrüßt und willkommen geheißen. Die Anlage ist total proper und sehr liebevoll hergerichtet. Wir fühlen uns auf Anhieb wohl. Hartmut ist schon unterwegs, wir genießen den Nachmittag auf unseren Isomatten bei frisch gezapftem Bier und viel Ruhe. Als Hartmut später mit Bus und Anhänger zurückkehrt, marschieren wir noch nach Götterswickerham zum 800-km-Stein und sitzen dort noch gepflegt am Rhein. Beim Bootshaus zurück, lodert dort bereits ein Lagerfeuer, ein Super Ausklang einer wirklich schönen Tour!

Am nächsten Morgen, nach einer weiteren Nacht unter freiem Himmel, bedauern wir sehr, nicht weiter paddeln zu können. Die Sonne scheint und der Wind würde zur Abwechslung wohl überwiegend von hinten blasen…

Die Etappen:

  • Vallendar – Bonn 64 km
  • Bonn – Düsseldorf 75 km
  • Düsseldorf – Dinslaken 65 km

Die Boote:

  • 2 Barracuda, Fa. Prijon, 5,18 m, PE
  • Belouga 2, vom französischen Hersteller Plasmor, 5,90 m, Diolen
  • Modell „Odyssee“ vom amerikanischen Hersteller „Wenonah“. 5,65 m lang, Kevlar
  • Eski 550, Fa. Lettmann, 5,50 m, DCS


Bilderbuch




Vor dem Start beim FWV Vallendar





Francois Relles vor Mülheim-Kärlich





Schieflage in Brohl





Francois Relles & Andreas Schmitt unterhalb von Andernach





Andreas hat gut lachen !





Abends beim Postsportverein Bonn






Außer Konkurrenz: Hartmut und Simon





Andreas Schmitt und Stefan Stoeckel vor Köln





Andreas Schmitt vor dem Kölner Dom





Michael Stoeckel bei strahlendem Wetter






Volle Dynamik





Die Truppe steht gegen den Wind





Hartmut und Simon im Kampf mit dem Wind





Ankunft in Düsseldorf





Burkhard Kaluba vor Industriekultur





Burkhards Ankunft in Duisburg-Wanheim

Burkhards Ankunft in Duisburg-Wanheim





Pause in Wanheim





Um Duisburg





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